"Der Darm ist die Wurzel der Pflanze Mensch"


Insomniös in Wien. Oder: Frühlingsfrischluft FTW.
Dienstag, 27. April 2010, 08:38
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23:00 _ Ich will schlafen, weil den ganzen Tag vor dem Rechner verbracht und ziemliches Kopfdröhnen.

00:00 _ Keine Chance auf Ruhe, die Muskelentspannung hat zwar die Eiszehen wiederbelebt, und alles fühlt sich schwer-schwer-schwer an, trotzdem Synapsensausen.

03:00 _ Noch immer (oder wieder?) wach, dröhnendes Magenknurren, fühlt sich wie rasender Hunger an. Weil ich nicht zu den Menschen gehöre, die für normal von nächtlichen Fress-Flashes heimgesucht werden, versuche ich, das Grummeln und Grammeln zu ignorieren. Mein schlechtes Gewissen beginnt zu nagen, weil ich mich den ganzen Tag nur von L.’s Rumguglhupf und Zucchini-Risotto ernährt habe, weder Müsli noch Frischobst. Rächt sich da jemand?

04:00 _ Ich gebe W.O. und stehe auf. Ärgere mich über die unfassbare Zeitverschwendung, weder zu schlafen noch etwas Produktives zu tun, und entschließe mich, weiter an meinem Diplomprojekt zu basteln. Nach einer kurzen Dusche tigere ich mich in diverses Studienmaterial.

05:00 _ Die Vögel brüllen, ich pausiere kurz das laufende Album von Anouar Brahem um herauszufinden, ob das Getwittere aus den Lautsprechern oder durch das Fenster kommt. Dabei fällt mir auf, dass es dämmert.

07:00 _ Switche zur FM4 Morning Show, heute mit N. & S., und freue mich über die Tatsache, mal ausnahmsweise rechtzeitig für die MoShow munter zu sein. Bin zufrieden mit meinem Produktivitätsergebnis und überlege, wieder schlafen zu gehen. Draußen scheint die Sonne. Hm. Na gut. Also springe ich in mein Slacker-Sporty-Outfit und marschiere zur Tür hinaus. Die Nachbarin ist schon wach und winkt durchs Gangfenster.

07:15 _ Ich laufe in den Prater, die Kastanien blühen, ich bekomme einen halben Endorphinschock von der Duftwolke. Hopple bis zum Teich und mache ein paar Aufwärm- & Dehnübungen. Beim Auf- und Abhupfen platzt die Blase von Sonntag an meiner linken Ferse.

Gänseblumen im Prater

Exzessives Sonntagsspazierengehen kann zu Blasenbildung führen. Bei der Forsetzung im Barfußmarsch werden die Gänseblumen gegrüßt.

Also schlendere ich gemächlich die Hauptallee entlang und ernte am Weg ein paar Zweige dunkelvioletten Flieder – muss mich zusammenreißen, nicht den ganzen verdammten Busch auszugraben und mir ins traute Heim zu pflanzen. Mir wird fast schwindlig vor Hyperventilation beim Versuch möglichst viel Fliederduft in meine Lungen zu pumpen.

07:45 _ Retourweg über den Praterstern, das Thermometer zeigt 18°C, yeah. Zu Hause angekommen arrangiere ich den Tulpenstrauß, den Basilikum-Topf und die Fliederbüschel auf dem Couchtisch. Alles Biedermeier oder was?

08:00 _ Ein Morning-Blog verfasst, Patrick Watson dreamt sich durch die frühe Stunde, und dann zurück ins Bett auf 1-2 Portionen Schlaf, der erste Termin steht heute erst um 12:00 Uhr an. Luscious Life.


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