"Der Darm ist die Wurzel der Pflanze Mensch"


Sommer Sonne Soundsystem
Sonntag, 2. Mai 2010, 12:31
Abgelegt unter: Kuriosum,Problematik | Tags: , , , , , , ,

Auf geht’s ab geht’s 36 Stunden wach:

Svennedisko DJ-Team

Svennedisko Allstars DJ-Team (Im Bild: Leuchthelch, H.'s Arm) beschallt die Walpurgis-Freitagnacht im Fluc. Tanz, Trollkarl, Tanz!

Die Partyvorbereitung: J., T. & die Band-Jungs von MY DARLING YOU! picknicken frühabendlichen Hummus (jaja, quelle surprise), Pomodori Secchi, eingelegte Artischockenherzen, Fladenbrot. Der geübte Partyelch kümmert sich schließlich verantwortungsvoll um eine rechtschaffene Unterlage – wer fastet, verliert.

Der After-Party-Snack um 04:00h morgens mit L.: Mango-Mozzarella-Caprese mit Honig-Zitronendressing & Ciabatta-Brot. Welch dekadente Freude angesichts der frühen Stunde.

Das Frühstücks-Intermezzo um 07:00h mit W. & C.: Kaffee, Kaffee, Kaffee… und warum klebt da Weichselmarmelade auf meinem Couchtisch? Kurz darauf schwingen sich alle aufs Rad bzw. den U-Bahn Sitz und werfen sich Richtung Prater.

Tanzdurchdentag

Tag der Arbeit, 09:00h: Praterwald & -wiese, der Host ist diesmal ein riesiger Ahorn, darunter haben es sich in aller Idylle ein paar Boxen und Turntables bequem gemacht. Tanzdurchdentag!

Der Soundsystem-Vitaminschub: Äpfel & Bananen für das Tanz-Volk. L., W. und C. sowie meine Wenigkeit hotten durch das hohe Gras (einige der Gäste sind zu diesem Zeitpunkt noch eher auf Sitz- bzw. Liegedisko) zur ganz grandiosen 1A-Beschallung vom TANZ DURCH DEN TAG-Team – D. / PlemPlem und D. & L. aus Barcelona. Ganz groß! Und immer schön Wasser trinken zwischendurch, und ein paar Anti-Hangover D.E.R. Drinks, die J. später vorbeigebracht hat – the one and only Stress relieving Kater cure. That’s the way we like Maibeginn.

Der wunderbare Wahnsinn wurde dann beim Aufziehen der Blumfeld’schen Grauen Wolken am späteren Nachmittag verlassen, um den Abend noch in entspannter Runde bei F.’s Geburtstagssause zu verbringen, mit übrigens einem extrem leckeren Frucht-Vanillecreme-Tiramisu, mmmh! Da fällt die Wiederherstellung der Lebensenergie gleich ein großes Stück leichter.

Was lernen wir daraus? Regelmäßige Zwischen-Mahlzeiten helfen dem feierwütigen Menschen, seine Energien beisammen zu halten bzw. die Batterien wiederaufzuladen, der (in meinem Fall) Magen sieht auch generöser über kleinere und größere Runden Bier & Wein hinweg, und der Kopf ist am nächsten Tag nicht ganz so quadratschädelig-schwer. Werde diese Hypothese weiter austesten. Es muss ja nicht immer die Käsekrainer mit dem Reperaturseidel sein.

Jetzt wird jedenfalls erstmal gechillt und weiter recoverisiert- dabei hilft zur Feier des Tages ein weiterer homemade Café Latte (Koffein-Dröhnung in kleinen Dosen sei erlaubt) und wie immer der famose J. mit FM4 Sunny Side Up. Hätte hier gerne das vorhin gespielte themenrelevante “When The Sun” von Tahiti 80 verlinkt, aber nachdem da ad hoc kein brauchbares Video zu finden ist – hier ersatzweise “Changes”. Gibt dem Maibeginn immerhin den richtigen Drive.



The Marvellous 10-Minute-Muskelentspannung
Montag, 26. April 2010, 08:30
Abgelegt unter: Problematik | Tags: , , , ,

Entspannung. Das optimale Montagsthema. Daher heute eine famose Zwischendurch-Chillax-Übung für ungeduldige Menschen, wurde mir von Mag. S. ans Herz gelegt. Stammt ursprünglich aus dem Bereich der progressiven Muskelentspannung (nach Edmund Jacobsen). Auf CD zaht sich das Ganze ein bisserl, aber die folgenden 10 Minuten – Anleitung verkürzt und auf 10 Steps á 1 Minute reduziert – sind nach meiner Erfahrung sogar für hyperaktive Speedster geeignet, die eine kurze Verschnaufpause brauchen:

Pandapowa

Es geht unter anderem um Fäuste. Die Pandas sind optional - wie hier im Innenhof des "Triebwerk" in Wr. Neustadt.

  1. Augen schließen, tief ein- & ausatmen. 20 Sek. mit geschlossenen Augen ausruhen.
  2. = Übungen 2.-9. jeweils 3x wiederholen, danach 20 Sek. mit geschlossenen Augen ausruhen. =

  3. Faust der rechten Hand ballen, Arm bis zur Schulter anwinkeln, Muskeln fest anspannen. Faust wieder öffnen, Arm entspannt sinken lassen.
  4. Faust der linken Hand ballen, Arm bis zur Schulter anwinkeln, Muskeln fest anspannen. Faust wieder öffnen, Arm entspannt sinken lassen.
  5. Untere Gesichtshälfte und Hals anspannen (Mund breitziehen, Zähne aufeinanderbeißen), und wieder locker lassen.
  6. Obere Gesichtshälfte anspannen (Stirn nach oben ziehen), Spannung einige Sek. halten, danach wieder locker lassen.
  7. Schultern fest hochziehen Richtung Ohren, danach wieder locker lassen.
  8. Brust und Bauch anspannen, Bauch fest einziehen. Locker lassen.
  9. Rechtes Bein nach vorne schieben und Zehen so weit wie möglich wegstrecken, Beinmuskeln anspannen. Locker lassen und entspannen.
  10. Linkes Bein nach vorne schieben und Zehen so weit wie möglich wegstrecken, Beinmuskeln anspannen. Locker lassen und entspannen.
  11. Gesamten Körper anspannen, alle Schritte gleichzeitig ausführen – beide Fäuste ballen, Arme und Beine, Gesicht und Hals, Brust und Bauch anspannen. Körperspannung 10 Sek. halten. Locker lassen und entspannen. Genießen.

… ausprobieren, dauert nicht lang, ist ziemlich effektiv, und fühlt sich verdammt gut an. Nicht nur montags. Do you like my tight Muskelentspannung? Dann bitte Erfahrungswert hier posten, bin gespannt!

Die Progressive Muskelentspannung kann man unter fast allen Bedingungen einsetzen. Sei es abends vor den Einschlafen, während einer Besprechung, in Angstsituationen, bei Prüfungssituationen, im Büro, im Zug/Flugzeug oder während einer kurzen Rast bei einer langen Autofahrt, u.v.m..

Indikatoren: Stress, Angst, Lampenfieber, Spannungskopfschmerz, Migräne, Tinnitus, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Bluthochdruck, Asthma, Stottern, Reizblase, Übergewicht, Magenproblemen.

auf www.progressivemuskelentspannung.com



Methadon, die 2te: Matcha-Latte.
Donnerstag, 22. April 2010, 18:21
Abgelegt unter: Problematik,Produkte | Tags: , , , ,

L. hat heute einen spontanen Lunch auf der Kaiserwiese ausgerufen, weil Sonne und so. Wir sind dann auf der Suche nach einem Post-Pizza Kaffee an einem Sushi-Laden vorbeigestolpert, der auf seiner Außenfassade “Matcha Latte” und “Matcha Smoothie” anpreist. Wir sind sehr mutig und gar nicht furchtsam, also gleich einen Kaffeeersatz Live-Test gestartet, nachdem in diesem Blog Anfang des Monats die Suche nach Methadon für Koffein-Junkies ausgerufen und darauffolgende Surrogat-Empfehlungen aus Sicht der illustren KommentatorInnen-Gemeinde veröffentlich wurden.

Matcha Latte

Die (oder der?) Matcha Latte: Matcha-Pulver, flüssige weiße Schokolade, Sojamilch.

Der 1. geschmackliche Eindruck: Algen. Was vielleicht daran liegt, dass das Getränk grün daher kommt und aus dem Sushi-Laden stammt, die Geschmacksknospen glauben fest an Maki. Nach ein paar weiteren Schlucken lässt der Algen-Effekt etwas nach, alles eine Frage der Gewöhnung.

Prost, Matcha Latte

Prost am Praterstern.

Der 2. geschmackliche Eindruck: Staub á la Creme. Das Matcha-Pulver, fein geriebener grüner Tee, hat nämlich einen sehr eigentümlichen Taste, ein bisschen mehlig, aber die weiße Schokolade hilft, das ganze abzurunden. Die Sojamilch ist dafür unfassbar schaumig-cremig-weich!

Matcha Latte, leer

Latte's have been drunk.

Der 3. geschmackliche Eindruck: sähmige Schwere. Nach einem Viertelliter Matcha Latte breitet sich der Soja-Schoko-Schaum in der Magengegend aus und erfüllt den Lattecionado oder auch Matchisten mit einem grünen Gefühl wohliger Wärme.

Fazit: Der Drink hat ein hohes Lifestyle-Potential und könnte dank uniquem Look-and-Taste auch in Boboville seinen Siegeszug antreten – vorausgesetzt, man gewöhnt sich an den Geschmack, der sicher nicht jedermenschs Sache ist. Ob man damit als Junkie tatsächlich vom Kaffee runterkommt, die Matcha Latte also Methadon-Qualitäten hat, müsste man in einer ausgiebigeren Testreihe ausloten. Aber einen Versuch war es wert, vielleicht auch mal einfach Sojamilch mit weißer Schokolade ausprobieren, und den Matcha-Staub weglassen…

Wer’s ausprobieren möchte: Ginza Sushi am Praterstern (1020), oder Cha No Ma Teehaus in der Faulmanngasse (1040).



Stell dir vor, es ist Gastroskopie, und alle gehen hin

Der neueste heiße Trend unter den Twenty-Somethings: Gastroskopie. Alle haben Stress, Stress, Stress, einen ungesunden Lebensstil, kämpfen mit der Aufrechterhaltung einer regelmäßigen Ernährung zwischen Uni, Nebenjobs, Projekten, Party und Selbstverwirklichung und haben schlichtweg Magenprobleme. Viele von ihnen treten früher oder später – man weiß ja nicht, ob man vielleicht doch eine schwere Krankheit hat! – den Gang zur gastroenterologischen Untersuchung an. Allein in meinem näheren Umfeld ist das Thema gerade heiß, und ein Kontakt zu einer guten Gastroenterologin wird verschwörerisch weitergegeben wie noch vor 10 Jahren ein vertrauenswürdiger Connect für bewusstseinserweitertende Substanzen.

streetart_123now

Gestern auf der rechten Wienzeile: 1, 2, 3... Jetzt! "the perfect moment to start (zB einen magenfreundlicheren Lebensstil?) is always now"

Dezember 2009: J. (24), lässt bei meiner Gastroenterologin eine Gastroskopie durchführen. Diagnose: Stressbedingter Reizmagen.

ich hatte schon etwas angst vor der gastroskopie, weil ich von leuten aus dem bekanntenkreis wusste, dass es nicht die angenehmste sache der welt ist. aber ich wusste auch, dass ich das machen musste, um endlich gewissheit zu haben und um mit meinem magen richtig umgehen zu können. die gastroskopie selbst ging – gott sei dank – tatsächlich relativ schnell vorbei. die tough-kompetente gastroenterologin stellte sich als unglaublich nette und herzliche ärztin heraus. neben dem schlauch war das unangenehmste, vor fremden leuten hemmungslos zu rülpsen und zu sabbern. sie sagte mir dann sofort, dass mein inneres gut aussieht, im sinne dass keine entzündungen o.ä. vorhanden sind. ich bekam lediglich kräutertropfen mit krampflösender wirkung verschrieben sowie die empfehlung, 2-3 mal die woche ausdauersport zu betreiben. der endgültige befund spricht von einem geringfügigen zwerchfellbruch, das eigentliche problem ist allerdings stress. ich bin froh, dass ich nun weiß, wie ich meine magenproblematik verbessern kann, wenngleich ich noch nicht ganz so viel sport treibe wie ich sollte.

Januar 2010: Ich (23) entschließe mich zu einer Gastroskopie. Diagnose: Reizmagen.

ich hatte seit 3 jahren mit magenproblemen zu tun und habe mich dann in absprache mit meiner hausärztin dazu entschlossen, endlich eine gastroskopie durchführen zu lassen – nachdem in meiner familie gastritis sowohl mütterlicher- als auch schwesterlicherseits diagnostiziert wurde. die vereisung und die untersuchung an sich, die ja nur wenige minuten dauert, haben gut geklappt – nur konnte der speichel nicht abrinnen, und ich hatte dann beim einatmen plötzlich neben dem schlauch auch noch eine menge wasser in der lunge und ziemliche atemprobleme. nach dem eingriff hatte ich noch 1-2 stunden leichte halsschmerzen und immer wieder hustenreiz wg. des verschluckens, aber es hat sich dann alles wieder schnell beruhigt. man fühlt sich auch noch eine weile wie ein luftballon, weil für die untersuchung luft in den magen gepumpt wird, die dann erst kleinweise wieder entweicht. physiologisch ist mein magen vollkommen unauffällig, die ärztin schließt daher auf einen stressbedingten reizmagen. behandlungsempfehlung war stress reduzieren, ärger vermeiden, 3x pro woche ausdauersport, regelmäßigere ernährung. ich arbeite dran.

März 2010: L. (23) konsultiert ebenfalls meine Gastroenterologin. Diagnose: Leichte Gastritis.

also bei der gastro ist mir nur mit einem spray die hintere mundhöhle und der halseingang vereist worden und dann musste ich den schlauch schlucken. das hat eigentlich ganz gut funktioniert. ab und zu habe ich dann ein bisschen gehustet, aber mich sonst aufs atmen konzentriert. außerdem war es schon ein komisches gefühl, wie dieses ding da in mir herumgefahren ist. Die gewebeentnahme hab ich aber wiederum gar nicht gespürt.

beim kopf-drehen um mir die roten streifen in meinem magen anzusehen hab ich dann doch etwas gewürgt…

und da die gastroskopie bei mir ja zu einer diagnose geführt hat, bin ich dann ein paar tage lang auf leichtes essen umgestiegen. hab auch recherchiert was andere leute da so essen. und selber gut darauf geachtet, was genau jetzt dazu führt dass ich mich unwohl fühle etc.

Fazit: Eine Gastroskopie ist, obwohl man viele Schauergeschichten hört, in den meisten Fällen ein relativ unglimpflicher Eingriff, der zumindest Klarheit schafft, ob man berechtigter weil dysfunktionaler Weise mit Magenkrämpfen kämpft, oder ob es tatsächlich “nur” der Stress ist. Die eigentliche Challenge besteht dann darin, dieses “nur” zu reduzieren und sich zu so alltäglichen Dingen wie einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger Bewegung zu überwinden. Also ob wir es nicht alle schon gewusst hätten.

R.'s Indoor-Picknick

Zu viel Essen stresst den Magen. Wissen wir. Lässt sich aber manchmal, wie bei R.'s Indoor-Picknick, so schwer vermeiden...

Was würde ein Hersteller von Tiefkühlprodukten dazu sagen? Hör auf deinen Bauch. Word!



Kontemplation 1: Gras.
Dienstag, 13. April 2010, 14:11
Abgelegt unter: Problematik | Tags: , , ,

Rekordbesucherzahlen in den vergangenen Tagen auf diesem bescheidenen Blogprojekt voll egozentrischer Hysterie und Technostress – bin anscheinend ein vollkommen credibiles Testimonial für das Thema Stress, Überraschung. Stolpere (!) auch laufend (!!) über Aussagen wie <”In Berlin beschimpfen sich übrigens die Stressjugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund jetzt nicht nicht mehr mit “Du Opfer!”, sondern mit “Du Rütli!”> by Christiane Rösinger oder <Facebook und twitter sind “Narzissmus-Stress-Medien”> by Kurt Imhof (bei seinem gestrigen Vortrag in Wien).

Entschleunig your life

Aber es hängt ja ohnehin alles zusammen, der Darm ist die Wurzel der Pflanze Mensch, aus den Wurzeln wird kein saftiges Stück Wald & Wiese oder – wenn einem das erstrebenswerter erscheint – eine ertragreiche Plantage (Gemüse, of course) wenn vor Stress nichts wächst und alle Stecklinge eingehen oder verschimmeln oder von den Schnecken gefressen werden. Und statt rumzusudern dass alles total stressig und busy und wäh ist versuch ich’s ab heute mal für 3 Tage mit konstruktiven Vorschlägen zur Verlangsamung, als mentale Einstimmung quasi zum Konfliktlösungsworkshop den ich am Wochenende in Paris besuche – und der damit verbundenen Blog-Abstinenz. Nächste Woche wird’s dann eh wieder ganz gastroenterologisch.

So here we go.

Kontemplation 1

Um die schöne Wurzel-Wald-Wiese Metapher weiterzuführen: Dem Gras beim Wachsen zusehen (nicht beim in Rauch aufgehen, Freunde). Pflanzen haben’s nicht eilig, man kann trotzdem kleine Erfolge verzeichnen, auf Wunsch den Prozess auch mit – je nach persönlicher Präferenz – existenzphilosophischen, sozialkritischen oder spirituellen Gedanken bedenken. Sternstunden der Bedeutungslosigkeit? Aber dafür homemade, ziemlich hell, und bestenfalls sogar essbar!

Kräutertöpfe 20100306

06.03.2010: Hurra, es grünt! Erfolgserlebnis! Man nehme: Töpfe, Erde, Samen (zB damals im Kombi-Angebot bei Penny um weniger als 3 EUR), täglich ein bisserl gießen, warten.

Kräutertöpfe 20100413

13.04.2010: Es grünt so very grün! Das Gras ist namentlich Schnittlauch, Basilikum und Petersü und bewuchert mein Fensterbrett.

Erdbeerlavendeltöpfe 20100413

13.04.2010: Ein weiteres Projekt - Erdbeer & Lavendel. Angesetzt und eingewässert am 27.03.2010. Vorgestern die ersten Spitzerl entdeckt, gestern dokumentiert. The story goes on...

… und wenn ich schon Christiane Rösinger in einem Darm-Blog unterbringe, genehmige ich ihr hiermit auch das naturphilosophische Schlusswort:

PS: Rösingersche Weiterhörempfehlungen gibt’s natürlich genügend, heute vielleicht “Wer wird Millionär” aus dem Hause Britta vom Album “Das schöne Leben” sowie “Wo bleibt der Mensch” von den famosen Lassie Singers… Wobei die absoluten Lassie-Höhepunkte ja eher im Bereich Beziehungsmanagement liegen mit Nummern wie “Es ist so schade” und “Liebe wird oft überbewertet” – aber das führt nun wirklich zu weit. Dann schon lieber Kräuter züchten.



All that Technostress
Montag, 12. April 2010, 10:50
Abgelegt unter: Problematik,Technicalities | Tags: , ,

Gestriger Stress&Hysterie-Beitrag hat höchste Zugriffsrate der vergangenen Tage – ob das nur am Sonntag liegt, an dem Menschen mit Beziehungsstatus “it’s complicated” fadisiert in Facebook rumhängen, oder am knackigen Lagerfeld-Zitat, oder am Seifenblasenfoto der hübschen E., who nose. Heute jedenfalls noch ein kleiner Teil 2 – bin nämlich just heute früh via http://minderleister.soup.io/ auf folgenden Wikipedia-Artikel gestoßen:

Technostress ist eine bestimmte Unterkategorie des Phänomens Stress. Technostress wird in alltäglichen Situationen verursacht, in denen es zu einer Überforderung des Benutzers durch neue technische Geräte oder Systeme kommt. Technostress ist eine Reaktion des Körpers auf die starke psychische Belastung (Psychologie) welche durch die Technologie hervorgerufen werden kann. In vielen Weisen steht sie für den Widerstand gegen Veränderungen, welche neu eingeführte Technologien mit sich bringen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Technostress

… von den 24/7 mit Blick aufs Smartphone durch die Gegend hastenden Digital Natives der Tech Revolution mal abgesehen, die sind sicher total im Flow. Als Gegenmaßnahme rät WP übrigens:

  • - Benutzerfreundliche Hard- und Software beschaffen.
  • - Eine offene Haltung gegenüber Technologien pflegen.
  • - Sich bei Fachpersonen Hilfe holen.
  • - Sich durch Aus- und Weiterbildungen mit neuen technischen Geräten vertraut machen.

Das machen wir doch glatt, zB gestern bei B. vorbeigekracht auf einen diplomarbeitsbedingten HighEnd-Formatvorlagen-Crashkurs für advanced Anwender mit wundersamen Errungenschaften wie einer StyleRef-Feldfunktion für automatisierte Seitentitel. Wenn Microsoft Word der amphetamingeputschte Distress ist, wirkt Vitamin B. (ha, ha!) als Sedativum und in weiterer Folge zur Vermeidung von Technostress. Halleluja.

Shut Down by wimwendehalz

Auch ein Ansatz gegen Technostress by WimWendehalz

Noch schnell auf YouTube ein themenrelevantes Video reinziehen, Mensch macht sein lautes Leben leiser, und dann fleißig weiter an die Arbeit. That’s what Mondays are for.



Stress ist egozentrische Hysterie
Sonntag, 11. April 2010, 12:20
Abgelegt unter: Allgemein,Problematik | Tags: , , , ,

… sagt angeblich Karl Lagerfeld. Dank für dieses Zitat an L., die es wissen muss, da sie berufsbedingt viel von gestressten Menschen umgeben ist, mich – damals – mit eingeschlossen.

Seifenblasenblasen

E. beim Seifenblasenblasen. No stress.

So. Reizmagen also. Auch stressbedingt, they say. Die liebe C. hat mir heute eine Email geschickt mit vielen Darm- und Verdauungs-Tipps aus Eigenerfahrung (mehr dazu dann die nächsten Tage) und die Sache dann so zusammengefasst:

“Deine DARMstory hat mich sehr amüsiert doch muß ich gestehen (…) beim Lesen deiner Tagesabläufe (bzw. Ess-, Trinkgewohnheiten) wundert mich dein beleidigtes Innenleben nicht, aber man lernt ja nur mit Schmerzen, dass man nicht alles gleichzeitig haben kann. (Selbsterfahrung).”

Für wahr, für wahr. Alles was ich will ist alles was ich kriegen kann. Und da bin ich wohl auch nicht die Einzige. Lifestyle-Junkies. Aber gut: Jetzt nehm ich täglich meine 1-2 Caricol für den persönlichen und allgemeinen Weltfrieden ein, halte Kaffeepause – substituiere zu Hause mit Malzkaffee und im Arbeitskontext mit Chai Latte, esse fast täglich aber immerhin sehr regelmäßig meine gastroenterologische Müsli-Mischung, werkel an meiner Ernährung im Gesamten, und bewege mich – wenn ich nicht gerade verkühlungsbedingt out of order – möglichst oft (dehnbarer Begriff, well…) im Laufschritt oder per Zweirad oder unter den gestrengen Blicken von S. das Tanzbein und andere Körperteile urban tribal schwingend. Trotzdemtrotz knallt mir immer wieder die Faust in den Oberbauch, wenn ich meine Tage zu voll spamme (geregelter Tagesablauf, wtf), mich spontan wie der Hase vor der Schlange fühle oder ganz grandios über leblose oder noch lebende Dinge ärgere – oder gleich mich selbst.

So. Wenn also meine Gastroenterologin zur Beruhigung dieses (psychosomatisch bedingten?) Reizmagens rät: “Stress reduzieren, Ärger vermeiden” – dann hab ich wohl eine Lebensaufgabe. Frei nach dem Motto: Stress hat man nicht, man macht ihn sich. Gut, es gibt nervenschonendere und nicht so entspannte Berufe, und Freizeitstress ist auch ein Zivilisationsantiproblem, aber deshalb kann man auch nicht als Einsiedler am Himalaya leben und den hauseigenen Resilienzbereich auf die 2,42 Meter rund um die Gebetszelle beschränken.

So. Also? Wie weiter… Dieser Experimental-Blog ist ja auch so eine Art Ausgleich zur Erstellung der gestrengen Diplomarbeit, über Sinn und Zweck sowie Conversion lässt sich streiten, aber man muss die Freiräume feiern wie sie fallen. Each and everyone. All you Pferde auf der Rennbahn out there – wann zuletzt auf der Weide gewesen?

Jaja ich weiß…

Oder doch? In diesem Sinne: Entspannten Sonntag allerseits. Happy weiden.

***

PS (today, 13:00 Uhr, nach FM4 Sunny Side Up’scher Inspiration) – Wenn schon egozentrisch, dann so: “Me, Me, Me” !!



Sch(m)erzwahrnehmung: “**** The Pain Away”
Freitag, 9. April 2010, 11:00
Abgelegt unter: Problematik | Tags: , , , ,

Kleiner Exkurs aus aktuellem Anlass:

Scherz vs. Schmerz: 1:0

Meine gastroenterologische Diagnose lautet Reizmagen. Der Onkel Netdoktor sagt dazu (der Absatz wurde via copy-&-paste kopiert, schau genau…):

“Die exakten Ursachen eines Reizmagens sind nach wie vor nicht geklärt, es gibt allerdings eine Reihe von mehr oder minder gut belegten Erklärungsmodellen: So lässt sich beispielsweise bei einem Teil der Patienten eine Störung der Beweglichkeit des Magens (Peristaltik) feststellen. Eine veränderte Scherzwahrnehmung durch eine Überempfindlichkeit des Nervensystems im oberen Magen-Darm-Trakt wird ebenso als auslösender Faktor diskutiert wie eine individuelle Unverträglichkeit von bestimmten Speisen und Getränken. Vor allem Kaffee, scharfe Gewürze, fettreiches Essen und Alkohol werden von vielen Betroffenen als Auslöser für die Beschwerden angegeben.” (by http://www.netdoktor.at/krankheiten/fakta/reizmagen.shtml)

It’s all about the Scherzwahrnehmung! Wenn das Lachen in der Magengegend drückt, lieber bleiben lassen. Diese Erfahrung haben T. und ich ohnehin schon bei unseren ersten Lauftests gemacht – Lachen behindert die Atmung und somit den Trainingserfolg… veränderte Scherzwahrnehmung, mit Sicherheit. Und das mit dem Kaffee und dem Alkohol hatten wir ja schon.

Glas vs. Grant: 0:1

Veränderte Schmerzwahrnehmung, allerdings: Erst testete ich in den vergangenen Tagen meine Schmerzgrenze auf die sanfte Tour im Bereich Hals/Ohren/Kopf, bis ich dann gestern bei der Zubereitung der x-ten Tasse Salbeitee in der Küche eine Glas-Ofenform am Fliesenboden zerdepperte und daraufhin feste in die Scherben griff. Nein, ich nix Borderliner, nur temporär unfähig. Den doch recht tiefen Cut an der rechten Handaußenseite hätte ich allerdings vor Wut (die Form hatte ich gerade erst gemeinsam mit einem Lasagne-Happening-Auftrag zum Geburtstag bekommen) gar nicht so recht bemerkt, bis dann die ersten Blutpatzer am Teppich landeten.

R.I.P. Mixtur

R.I.P. Mixtur. Sorry, S.!

Das mit der Psychosomatik und in weiterer Folge dem Ausblenden von Schmerzwahrnehmung ist auch so ein Thema, aber mehr dazu ein ander Mal.

Mefenaminsäure vs. Magenschleimhaut: 3:0

Und noch mal im Ernst: Wenn Schmerzmittel auf die Magenschleimhaut losgehen, dann was tun im Falle von Zahnoperationen, Menstruationsbeschwerden oder profanem Kopfweh? Mir wurden zB im Feber 2 Weisheitszähne aus dem Kiefer geschnitten, daraufhin verzichtete ich aus Gründen der Wundheilung auf Milchprodukte, Koffein, Menthol, Alkohol und Nikotin – und nahm während der gesamten Zeit der Rekonvaleszenz tgl. 3 x 500mg Dosen eines Schmerzmittels mit dem Wirkstoff Mefenaminsäure ein. Mein Magen war mit dieser Dröhnung (jaja die Dosis) und einem Speiseplan bestehend aus Babybrei, Fruchtbrei, Linsenbrei und Fertigsuppe nicht besonders happy – ständiges Magengrummeln, zeitweise krampfartige Schmerzen und eine verwirrte Darmtätigkeit waren die Folge. Ok, das ist vielleicht ein Härtefall, aber es gibt eben auch ganz alltägliche Wehwehchen wo man gerne auf die Errungenschaften der Pharmaindustrie zurückgreift, auch regelmäßig, und dafür einen beleidigten Verdauungsapparat hinnimmt. Das magenfreundliche Schmerzmittel schlechthin wurde ja meines Wissens nach noch nicht entwickelt. Alternativen, anyone?

Peaches vs. Pain: 100:1

The only Alternative: Follow The Teaches Of Peaches.



Schweiß & Surrogat
Mittwoch, 7. April 2010, 13:25
Abgelegt unter: Problematik,Rezepte | Tags: , , ,

Habe mir eine deftige post-österliche Verkühlung eingefangen; mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit beim vorgestrigen Laufdate mit K. – verschwitzt und keuchend bei Wind und kalt auf der Prater Hauptallee, da soll noch einer sagen, Sport sei kein Mord. Jaja, es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung – hat mal jemand ein funktionelles schweißabsorbierendes stoßdämpfendes high-tech super-dry clima-cool anti-alles Immunsystem bei der Hand?

Also, verbringe den heutigen Tag mit meinen homöopathischen Kumpels und Good Old Salbeitee sowie einer Prise Selbstmitleid ob des abgesagten Plauschs mit L.

Und hier noch ein kleiner Nachtrag zur Kaffee-Fragestellung:

Gefunden: Kaffeeexpertenmeinung

M. von der gestern eröffneten Vienna School of Coffee in 1090 Wien hat mir via Facebook folgenden Expertentipp zukommen lassen.

zum kaffee: das schlimmste wäre falsch zubereiter filterkaffee (viel bitter- und gerbstoffe, jede menge koffein). idealerweise trinkt man richtig zubereiteten espresso. eine tasse hat in etwa 50mg koffein (filter bis zu 120mg). bei der kurzen extraktion sind bitter-/gärbstoffe zu vernachlässigen.

(…)

für reizmägen sind also espresso pur ohne zucker die bessere alternative.

Mehr Methadon

Weiters: Gestern beim Drogeriemarkt des Vertrauens “Kaffeesurrogat-Extrakt aus Dinkel, Getreide, Zichorien und Früchten” erstanden, auch “Bio Instant Häferlkaffee” genannt. Schmeckt süß & rund, das Unschuldslamm unter den Substitutionsmitteln. Konnte allerdings bisher noch nicht den Unterschied zu “Malzkaffee” (zB von Alnatura) erkennen. Und noch eine kleine Begriffserkläuterung:

Wie wird Kaffee-Ersatz definiert?

Lt. Lebensmittelrecht ist Kaffee-Ersatz (-Surrogat) ein Produkt aus gereinigten, gerösteten Pflanzenteilen, das durch Ausziehen mit heißem Wasser ein kaffeeähnliches Getränk liefert und dazu bestimmt ist, als Ersatz von Kaffee zu dienen.

(via www.biodiet.at)

Weitere Vorschläge aus der Welt des Nicht-Kaffees (Dank an K., T., D. und J.):

  • - Grüntee
  • - Schwarztee
  • - Magentee: zB “Magengut” von Hofer aus Brombeerblättern, Kamille, Melisse, Pfefferminz, Rooibos, Erdbeerblättern, Anis und Ringelblume
  • - Club Mate: koffeinhaltiger, alkoholfreier Mate-Eistee
  • - Makava: Teeaufguss aus Maté-, Rooibush-, und Weißen Tee mit mit Zitronen-, Limetten- und Holundersaft
Svennedisko loves Makava

Svennedisko loves Makava. Revival übrigens am 30.4. bei der Walpurgisnacht im Fluc. Witches! Witches! Rest now in the fire.

Bis dahin will ich wieder fit sein! Und bleib dieser Tage brav beim Salbeitee, und vertreib mir die Zeit mit pophistorischen Surrogaten.



Gesucht: Das Methadon für Koffein-Junkies (…und Social-Media Kokser)
Dienstag, 6. April 2010, 01:46
Abgelegt unter: Problematik,Rezepte | Tags: , , , , ,

Heute: Sucht. Die Allgemeine (Social Web), und die Spezielle (Social Latte) – treten bei den Betroffenen oft gemeinsam auf.

Suchtmittel 1: “Social Media sind das Kokain der Moderne” (Jochen Mai)

Zitat: „Sag mal, was ist eigentlich so besonders an Kokain?“ – „Es intensiviert deine Persönlichkeit.“ – „Okay, aber was, wenn du ein Arschloch bist?”

auf: http://karrierebibel.de/charakterverstarker-social-media-sind-das-kokain-der-moderne/

(Danke an S. für den Tweet mit diesem Link.)

Substitutionsbehandlungsmethoden: Facebook-Pausen (Stunden, Tage, Wochen, Monate), Twitter-Fasten (wie J.), Social Web-Abstinenzen (wie L.), Offline-Selbsttests (wie H.). Oder gleich den Web 2.0 Suicide.

Suchtmittel 2: “(…) dass Koffein eine physische Abhängigkeit auslöst in einer gemilderten Form von Sucht.” (T.T. Reid)

R.'s Latte

Hausgemachte Latte (2) im Hause R. Am Laptop (1) sind mindestens 3 Social Media Plattformen geöffnet. Keine Macht den Drogen?

Zitat: “Was haben Drogenabhängige, die eine tägliche Dosis Methadon bekommen, mit Menschen gemeinsam, die glauben, ohne die morgendliche Tasse Kaffee nicht funktionieren zu können?” – “Sie versuchen ihre Sucht zu befriedigen und den physischen Entzug im Zaum zu halten.”

auf: http://www.km99.de/Kaffee-Artikel/Kaffee-oder-Koffeinsucht.html

Schuldig im Sinne der Anklage. Wir Gereizten hören nach der Morgen-Latte, der Vormittags-Melange, dem After-Lunch-Espresso-Doppio, der Socializing-Latte und dem frühabendlichen Pre-Party Koffein-Kick die Magenschleimhaut “Auszeit!” schreien. Denn, dear Reizmagen: “Vor allem Kaffee, scharfe Gewürze, fettreiches Essen und Alkohol werden von vielen Betroffenen als Auslöser für die Beschwerden angegeben.” (via netdoktor). Jo eh. Doch wie substituieren, das allgegenwärtige Ritual, “Wollen wir auf einen Kaffee gehen?”, und welches Date-Status-Update drückt schon mehr aus als: “Latte’s have been drunk.” Wo ist das Koffein-Methadon, das sowohl den Bobo-Hipness-Test besteht als auch Gesellschaftstauglichkeit beim nachmittäglichen Kaffeekränzchen garantiert?

Substitutionsbehandlungsmethoden:

  • Getreide-Kaffee: Kaffeeersatz aus gemälzer Gerste, laut Wikipedia auch als Muckefuck bekannt (What the… Muck?)
  • Malzkaffee: Schmeckt süß & rund. Aber: Beware of the “Ach, ist eh nur unschuldiger Malzkaffee”-Syndrom, spätestens ab der 5. Tasse pro Tag (ca. 2 Kaffeelöffel Malzkaffeepulver pro Tasse) wird einem zwangsläufig schlecht. Die Dosis macht das (Sucht-)Gift. Selber Effekt übrigens mit – Prädikat “magenschonenden” – Kaffeeprodukten.
  • Halbe/Halbe: K. hat den Trick mit der Gewissensberuhigung noch etwas weiter ausgefeilt – sie mischt handelsüblichen Löskaffee jeweils 50% Sorte “mild” und 50% “entkoffeiniert” zusammen. Sanft wie Fencheltee, will man meinen.
  • Schmalspur-Latte: Koffeinfreier Kaffee mit Sojamilch. Schmeckt besser als es klingt. Und ja, auch Soja- oder Reismilch lässt sich schäumen. Notfalls mit dem Pürierstab (been there, done that).

Weitere hilfreiche Hinweise oder heiße Connections, anyone? Für beide Süchte.